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Ratgeber Strafrecht

Aussage bei der Polizei:
Warum Schweigen besser schützt als Reden.

„Kooperieren Sie einfach, dann wird alles gut." Diesen Satz hören Beschuldigte ständig: von Freunden, von der Familie, manchmal sogar von den Beamten selbst. Er klingt logisch. Wer nichts zu verbergen hat, kann doch einfach reden. Genau dieser Ratschlag bringt mehr Menschen vor Gericht als so manches Beweisstück.

Das freundliche Gespräch ist Teil der Methode

Polizisten sind gut geschult. Das nette Gespräch vor der Einvernahme, der lockere Smalltalk, der verständnisvolle Ton: All das kann auch zum Ziel haben, Sie zum Reden zu bringen. Und zwar zu (viel) mehr, als Sie eigentlich müssten. Auch der umgekehrte Weg, nämlich Druck im Verhör, führt zum selben Ergebnis: unbedachte Sätze.

Das Problem daran: Was Sie einmal gesagt haben, steht im Protokoll. Schwarz auf weiß. Auch wenn Sie es anders gemeint haben könnten. Auch wenn der Satz aus dem Zusammenhang gerissen wird. Diesen Satz sagt Martin Fürthaler seinen Mandanten deshalb schon beim ersten Telefonat:

„Die Tinte ist trocken. Was einmal im Protokoll steht, kann kein Anwalt der Welt wegzaubern. Deshalb sprechen Sie mit mir, bevor Sie mit Polizei und Gericht sprechen.“
Martin Fürthaler, Strafverteidiger Wien

Ihr gutes Recht: die Aussage verweigern

Was viele nicht wissen: Das Recht zu schweigen gibt es nicht nur in Hollywood-Filmen. Als Beschuldigter in Österreich dürfen Sie die Aussage verweigern. Und kein Gericht darf Ihnen dieses Schweigen negativ auslegen. Es gilt nicht als Schuldeingeständnis. Ihre eigenen Worte im Protokoll dagegen dürfen sehr wohl gegen Sie verwendet werden. Und das werden sie.

Aussageverweigerung heißt dabei nichts anderes als: „Ich möchte mich zum jetzigen Zeitpunkt nicht zu dem Vorwurf äußern." Höflich, ruhig und ohne Rechtfertigung. Mehr braucht es nicht.

Warum Widersprüche so gefährlich sind

Vor Gericht entscheidet am Ende u. a. Ihre Glaubwürdigkeit. Wer bei der Polizei A sagt und in der Gerichtsverhandlung B erklärt, wird damit vor Gericht konfrontiert und verliert. Wer dagegen von Anfang an mit Bedacht und Strategie aussagt (oder eben schweigt, bis die Strategie steht), bleibt konsistent. Das ist der Unterschied zwischen einer durchdachten Verteidigung und Improvisation unter Stress.

Was Sie konkret tun sollten

Ladung erhalten?

Rufen Sie an, bevor Sie zur Polizei gehen. Ich sage Ihnen in wenigen Minuten, was die Ladung bedeutet und was Ihr erster richtiger Schritt ist.

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Dieser Beitrag informiert allgemein und ersetzt keine rechtliche Beratung im Einzelfall. Ob und wann eine Aussage sinnvoll ist, hängt immer vom konkreten Fall ab.

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